Kurz-Portrait

Am 15. Oktober 1957 fand im Sitzungssaal des Bad Freienwalder Rathauses die Gründungsversammlung statt. 22 Arbeiter und Angestellte wollten sich auf der Grundlage des "AWG-Gesetzes" ein neues Zuhause schaffen und gaben der neuen Genossenschaft den Namen "Neues Heim". Damit war die Gründung der ersten Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft im Kreis Bad Freienwalde erfolgt und viele neue Wohnungsbauten sollten folgen. 
Bereits 11 Tage später zogen diese Mitglieder, ausgerüstet mit Hacke und Spaten, vom Karl-Marx-Platz in Bad Freienwalde zu ihrer neuen Baustelle in der heutigen Waldstraße. 1959 war es endlich soweit und die ersten Nutzer konnten mit Freude und Stolz den Schlüssel für ihr neues Zuhause in Empfang nehmen.

Parallel dazu war bereits eine weitere Baustelle im Bereich der heutigen Waldstraße 10 – 12 mit insgesamt 16 WE im Entstehen. Die Übergabe der Wohnungen an die AWG erfolgte dann im Juli des nächsten Jahres und im August zogen 16 weitere Mitglieder in ihre neue Wohnung ein.

Von nun an wuchs die Genossenschaft stetig. Bereits im Oktober 1960 wurden die nächsten 24 WE in der Wriezener Straße 68 bis 68c übergeben. Danach erhielten 40 neue Mitglieder des Wohnblockes Beethovenstraße 10/14 zu Ende 1961 ihre Schlüssel zum Einzug. Die nächsten Wohnungen, die fertiggestellt wurden, waren die 32 WE der Blöcke Wriezener Straße 69a-d im Oktober 1962 und 32 WE des Blockes Wriezener Straße 70/73 im Dezember des gleichen Jahres. Als letztes Gebäude in diesem Wohnbereich konnten im November 1963 die 24 WE der Beethovenstraße 20/22 an die Mitglieder übergeben werden. Alle diese Wohnungen sind in trationeller Bauweise von ortsansässigen Betrieben errichtet worden, aber auch von den Mitgliedern, deren Zahl inzwischen über 300 Mitglieder betrug, waren auch sog. Eigenleistungen zu erbringen.

Nach mehr als 10 Jahren Ruhe in der Bautätigkeit werden der AWG erst wieder 1976 weitere 48 WE im Wohngebiet Fischer-/Wasserstraße zur Nutzung übergeben.
10 Jahre vergehen und weitere 170 ofenbeheizte Neubau-Wohnungen werden im Bereich des Wohngebietes "Am Scheunenberg" im Zeitraum 1985 bis 1986 den Mitgliedern der AWG zur Nutzung übergeben. Gleichlaufend mit diesem Wohnkomplex war in Nachbarschaft mit der Errichtung von 388 "modernen", d.h. mit Fernwärme versorgten Wohnungen begonnen worden. Die AWG hat davon 147 WE sowie die heute als Geschäftsstelle fungierende Einrichtung in den Jahren 1986 bis 1988 erhalten.

Mitte des Jahres 1989 fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, in deren Ergebnis ein Zusammengehen von Arbeiterwohnungsbau- und Gemeinnütziger Wohnungsbaugenossenschaft (GeWoBa) beschlossen wird. Der Gesamt-WE-Bestand wächst durch den Zugang von 59 sog. Altbau-WE nunmehr auf 611 WE an. Beide in Bad Freienwalde tätigen Genossenschaften sind nunmehr unter dem Dach der AWG vereint. Bei den Wohnungen der ehemaligen GeWoBa handelt es sich um Gebäude, die zum Teil bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurden und, wie aus vorliegenden Dokumenten hervorgeht, von höheren Beamten der sich entwickelnden Kurstadt Bad Freienwalde genutzt wurden; daher auch der eingetragene Name Beamten-Wohnverein. In all den Jahren des Bestehens der AWG, aber auch der GeWoBa fungiert die Revisionskommission als genossenschaftliches Kontrollorgan der Mitglieder. Diese Aufgabe übernehmen nach der Wende die Mitglieder des Aufsichtsrates.

Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 erfolgte auch für die Genossenschaft ein großer Umbruch. Auf der Grundlage des nunmehr geltenden Genossenschaftsgesetzes geschah die Umwandlung der AWG "Neues Heim" in die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft e.G. bei Bildung der neuen Genossenschaftsorgane Aufsichtsrat und Vorstand. Die ehemals von staatlichen Bilanzen und Zuschüssen abhängige Genossenschaft sozialistischer Prägung musste in kürzester Zeit in ein in der freien Marktwirtschaft agierendes Unternehmen umgebildet werden.

Neben der Lösung dieser wichtigen, für den Fortbestand der Genossenschaft wichtigen Frage galt es aber auch das frühere Mietensystem aus DDR-Zeiten in das neue, einer marktwirtschaftlichen Ordnung zu überführen, was nicht immer in allen Fällen reibungslos verlief. Weitere wesentliche Aufgabe, vor der die Genossenschaft zu Anfang der 90-iger Jahre nunmehr stand, war ein Abarbeiten des entstandenen Reparatur- und Modernisierungsstaus an der Gebäudesubstanz.
Mit Beginn des Jahres 2002 verfügen alle unsere WE über ein modernes Heizsystem. Um den Wohnkomfort weiter zu erhöhen sowie älteren Wohnungsnutzern einen besseren Wohnungszugang zu ermöglichen, sind ab 2005 in einem Wohnblock des Bereiches Ringstraße Personenaufzüge eingebaut sowie vergrößerte Balkone angebaut worden.

Im Jahr 2006 wurde der Wohnblock in der Wasserstraße voll gedämmt sowie vergrößerte Balkone (verglast) angebaut.
Als vorerst letzte komplexe Maßnahme wurden in den Jahren 2010-2013 fünf Wohnblocks (170 WE) im Bereich „Am Scheunenberg“ voll energetisch saniert. Alle Blöcke wurden voll gedämmt, neue vergrößerte und verglaste Balkone angebaut, sowie ein zusätzliches modernes Heizung und Warmwassseraufbereitungssystem mittels Luft-Wärme-Pumpen errichtet. In allen Blöcke erfolgt eine automatische Be, -und Entlüftung der Wohneinheiten. Ein Aufgang wurde altersgerecht umgebaut (Aufzug, Duschen usw.).

Auch in den kommenden Jahren wird an der stetigen Verbesserung der Wohnqualität gearbeitet.